Verkaufshinweise für Natursteine und Outdoor Keramik
Ratgeber: Naturstein-Körnungen verstehen und richtig messen
Natursteine wie Kies und Splitt sind Naturprodukte. Anders als bei industriell gefertigten Waren unterliegen sie natürlichen Schwankungen in Farbe, Form und Größe. Damit Ihr Projekt genau so wird, wie Sie es sich vorstellen, ist es wichtig, die Besonderheiten der Körnung zu verstehen.
1. Die Messmethode: Warum ein Lineal oft täuscht
In der Steinindustrie wird die Korngröße durch Quadratmaschen-Siebe bestimmt. Das bedeutet: Ein Stein der Sorte „16–32 mm“ ist so definiert, dass er durch ein Sieb mit einer Maschenweite von 32 mm hindurchfällt, aber auf einem Sieb mit 16 mm liegen bleibt.
Das Problem beim Nachmessen von Hand:
Steine sind selten perfekt rund. Ein Stein kann zum Beispiel 50 mm lang sein, aber nur 20 mm breit. Da er „hochkant“ durch das 32-mm-Sieb passt, gehört er offiziell zur 16–32 mm Körnung, obwohl er länger aussieht als das angegebene Maß.
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Richtig messen: Gemessen wird immer die schmalste Stelle des Steins, da diese entscheidet, ob er durch das Sieb passt.

2. Form und Beschaffenheit: Kies vs. Splitt
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Kies (Rundkorn): Entsteht natürlich in Flüssen oder wird maschinell getrommelt. Er wirkt weich, ist angenehm barfuß zu begehen und wird oft für Gartenwege oder Teiche genutzt.
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Splitt (Edelsplitt): Besteht aus gebrochenem Naturstein mit scharfen Kanten. Er verkeilt sich besser und bietet daher eine stabilere Fläche, ideal für Hofeinfahrten oder als Unterbau.
3. Farbe und Staubanteil (Unterkorn)
Natursteine kommen oft direkt aus dem Steinbruch zu Ihnen.
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Staubschicht: Die Steine sind bei Lieferung oft von einer feinen Staubschicht (dem sogenannten „Abrieb“) bedeckt. Die wahre Farbe und Brillanz des Steins zeigt sich erst nach dem ersten kräftigen Regen oder dem Abspritzen mit dem Gartenschlauch.
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Farbabweichungen: Da das Material aus verschiedenen Gesteinsschichten gewonnen wird, sind Farbunterschiede völlig normal und unterstreichen den natürlichen Charakter.
4. Toleranzen und Abweichungen
Nach der geltenden Norm (DIN EN) sind gewisse Toleranzen bei der Siebung zulässig:
| Merkmal | Erläuterung |
| Überkorn | Bis zu 10–15 % der Steine dürfen größer als das Nennmaß sein (z. B. längliche Steine). |
| Unterkorn | Ein Anteil von ca. 10–15 % kleinerer Steine oder Sand ist produktionsbedingt normal. |
| Gewicht | Naturstein wird oft nach Gewicht (Tonnen) verkauft. Da Stein Feuchtigkeit aufnimmt, kann das Volumen je nach Wetterlage leicht variieren. |
Profi-Tipp für die Mengenberechnung
Planst du eine Fläche, rechne immer mit einem Puffer. Wir empfehlen, die Schütthöhe etwa doppelt so hoch wie die größte Korngröße zu wählen (bei einer 16–32 mm Körnung also ca. 6–7 cm Schütthöhe), damit der Untergrund (z. B. das Unkrautvlies) vollständig blickdicht abgedeckt ist.
Hinweis: Unsere Produktbilder zeigen den Stein meist in gewaschenem Zustand unter Tageslicht. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Planung.
Benötigen Sie Hilfe bei der Berechnung der benötigten Menge (in Tonnen oder Kubikmetern) für Ihr Projekt?
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Musterbestellung
Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich immer vorab ein Muster zu bestellen. Bitte haben Sie Verständnis das wir z.B bei den Baumaterialien oft nur nur ein Handmuster bzw Farbmuster versenden können, oftmals ein Bruchstück, ein Teil einer Terrassenplatte oder Pflasterstein mit gleicher Bearbeitung und Farbgebung.
Hinweis:
Muster können immer nur einen Teil des Gesamteindrucks zeigen. Deshalb beachten Sie bitte, dass bei Lieferung sowohl Farbe und Struktur einen anderen Eindruck vermitteln können. Bei Lieferung nach Muster gelten daher die üblichen natürlichen Schwankungen in Farbe, Struktur, Abmessung und Bearbeitung als gestattet. Sie berechtigen nicht zu Beanstandungen bzw. Reklamationen, solange der allgemeine Charakter bewahrt wird und handelsübliche Maßtoleranzen nicht über- bzw. unterschritten werden. Dies gilt auch bei Nachlieferungen - es können vorgenannte Differenzen von Lieferung zu Lieferung auftreten. Gesteinsspezifische Einschlüsse, Adern, Poren, Struktur– und Texturunterschiede sind natürlich und nach DIN 18332 / 12057ff kein Mangel. Abweichungen von Handmustern zum Endprodukt sind naturbedingt zu erwarten.
Da wir täglich Probeanfragen erhalten, bitten wir um Ihr Verständnis, das wir eine Aufwandsentschädigung erheben.
OUTDOOR Keramik Hinweis
Beachten Sie, dass bei der industriellen Fertigung unserer OUTDOOR Keramiken leichte Unterschiede in Textur, Farbe und Kaliber auftreten können, bedingt durch wechselnde Faktoren wie Tonmischungen, Luftfeuchtigkeit und Temperatur.
Alle Größenangaben bei den Keramiken sind Nennmaße. Produktionstechnisch bedingt weicht das Istmaß davon ab.
Qualitätsmerkmale: Was Sie bei Natursteinprodukten beachten sollten
Ob elegante Terrassenplatten, massive Mauersteine oder dekorative Palisaden – Naturstein ist ein Unikat. Anders als bei industriell gefertigtem Betonstein gleicht kein Stück dem anderen. Um spätere Missverständnisse zu vermeiden, möchten wir Sie hier über die materialtypischen Eigenschaften aufklären.
1. Optische Merkmale: Die Handschrift der Natur
Naturstein ist über Millionen von Jahren gewachsen. Folgende Merkmale sind keine Mängel, sondern Beweise für die Echtheit des Materials:
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Farb- und Strukturunterschiede: Innerhalb einer Lieferung (und sogar innerhalb eines Steins) können Farbschwankungen auftreten. Mineralische Einschlüsse können punktuelle Verfärbungen oder Schattierungen erzeugen.
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Adern und Quarzeinschlüsse: Weiße oder dunkle Linien (Quarzadern) sind natürliche Bestandteile vieler Gesteinsarten wie Granit oder Marmor. Sie beeinträchtigen die Statik nicht.
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Poren und Löcher: Besonders bei Kalksteinen oder Travertin sind offene Poren charakteristisch. Diese können mal kleiner, mal größer ausfallen.
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Ausblühungen: Gelegentlich können weiße Schleier (Kalkausblühungen) auftreten, die durch Feuchtigkeit entstehen. Diese verwittern in der Regel mit der Zeit von selbst.
2. Form und Maßtoleranzen
Trotz modernster Sägetechnik gibt es bei Naturstein immer gewisse Toleranzen, die Sie bei der Verlegung einplanen sollten:
| Produktgruppe | Typische Toleranzen | Hinweis zur Verlegung |
| Terrassenplatten (gesägt) | +/- 2 bis 3 mm in Dicke/Länge | Verlegung z.B. im Splittbett gleicht Höhenunterschiede aus. |
| Mauersteine (gespalten) | +/- 15 bis 30 mm | Die unebenen Kanten sind gewollt und sorgen für ein natürliches Fugenbild. |
| Palisaden & Stufen | +/- 5 bis 10 mm | Vorsortierung vor dem Einbau hilft, die besten Paare zu finden. |
3. Oberflächenbearbeitung
Die Wirkung eines Steins hängt stark von seiner Bearbeitung ab:
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Geflammt/Gestrahlt/Gestockt: Die Oberfläche ist rau und rutschhemmend (ideal für Pools und Außenbereiche).
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Getrommelt: Die Kanten sind künstlich abgeschlagen, was dem Stein einen antiken "Used-Look" verleiht.
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Poliert/Geschliffen: Die Farben wirken extrem intensiv, die Oberfläche ist jedoch bei Nässe glatt.
4. Wichtige Tipps für die Anlieferung & Verlegung
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Mischung ist alles: Öffnen Sie bei der Verlegung immer mehrere Paletten gleichzeitig und entnehmen Sie die Steine gemischt. So vermeiden Sie unschöne Farbkanten oder "Blöcke" auf Ihrer Terrasse und erhalten ein harmonisches Gesamtbild.
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Trockene Lagerung: Vermeiden Sie, dass Platten über längere Zeit feucht und eng aufeinander liegen (Stapelstau), da dies zu temporären Verfärbungen führen kann.
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Verschnitt einplanen: Aufgrund der natürlichen Brüche und der notwendigen Zuschnitte empfehlen wir, ca. 10 % mehr Material als z.B. die reine Quadratmeterzahl zu bestellen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu unseren Natursteinen
1. Sind die Steine frostbeständig?
Ja, der Großteil unseres Sortiments (z. B. Granit, Basalt, Quarzit und viele Kalksteine) ist frost- und tausalzbeständig.
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Wichtig: Achte bei der Verlegung auf ein ausreichendes Gefälle (mind. ca. 2 %) und einen wasserdurchlässigen Untergrund, damit Staunässe den Stein im Winter nicht sprengt.
2. Warum sieht der Stein anders aus als auf dem Foto?
Naturstein ist kein Industrieprodukt. Das Foto im Shop ist eine Momentaufnahme einer bestimmten Charge.
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Faktoren: Lichteinfall (Sonne vs. Schatten), Feuchtigkeit (nasser Stein wirkt dunkler und kräftiger) und der Staubanteil bei Lieferung beeinflussen die Optik massiv. Waschen Sie den Stein nach dem Einbau einmal gründlich ab.
3. Wie reinige ich Naturstein am besten?
Verzichte nach Möglichkeit auf aggressive chemische Reiniger oder säurehaltige Mittel (besonders bei Marmor und Kalkstein).
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Empfehlung: Klares Wasser und eine weiche Bürste oder spezielle pH-neutrale Natursteinreiniger.
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Vorsicht beim Hochdruckreiniger: Ein zu harter Strahl kann die Oberflächenstruktur aufrauen, wodurch sich Schmutz und Algen künftig schneller festsetzen.
4. Bilden sich Rostflecken auf dem Stein?
Einige Gesteinsarten (z. B. manche Granite oder Gneise) enthalten eisenhaltige Minerale. Durch Witterungseinflüsse können diese oxidieren und gelblich-braune Verfärbungen verursachen. Dies ist ein natürlicher Prozess und kein Qualitätsmangel. Es gibt jedoch spezielle "Rostentferner für Naturstein", die hier Abhilfe schaffen.
5. Was bedeutet „getrommelt“ oder „geflammt“?
Diese Begriffe beschreiben die Oberflächenbearbeitung:
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Getrommelt: Die Steine rotieren in einer Trommel; Ecken und Kanten schlagen ab. Das ergibt einen rustikalen, antiken Look (wie bei Kopfsteinpflaster).
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Geflammt: Die Oberfläche wird mit einem Brenner bearbeitet, wodurch Quarzkörner platzen. Das Ergebnis ist eine sehr raue, extrem rutschfeste Struktur – ideal für den Außenbereich.